Nach meinem Abitur habe ich fast 4 Jahre lang studiert (unter anderem Sprachen), was mir eigentlich ungeheuren
Spaß gemacht hat, aber dort standen mir meine zahlreichen Ängste, wie zum Beispiel meine soziale und meine Prüfungsangst, tierisch im Weg. In einem Hörsaal mit circa 500 anderen Studenten konnte ich nicht konzentriert zuhören, und vor Prüfungen, das heißt Tests und Klausuren, konnte ich oft nächtelang nicht schlafen. Die Ergebnisse waren dann - verständlicherweise - nicht so gut...
So wurde nichts aus meinem Studium, und ich habe noch nicht einmal mein Grundstudium beendet. Also habe ich es aufgegeben.
Ich lernte Kommilitonen kennen, die viel Spaß mit ihren Computern
hatten, und auch ich lernte meinen PC nicht nur als Arbeitsgerät zu schätzen.
Aber nach ungefähr 30
vergeblichen Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz als Fachinformatikerin arbeitete ich dann Vollzeit nur noch als Aushilfe in einem
Großhandel. Unter dieser "Aushilfenstellung" hatte ich manchmal doch sehr zu leiden, weil mich viele
Kolleginnen von mir als "Mensch zweiter Klasse" oder gar als "Arbeitsmaschine" (natürlich ohne jedliche Gefühle) ansahen. Auch
wurde ich dort oft aufs Übelste gemobbt. Aber mit der Zeit konnte ich damit ganz gut umgehen: Ich ging zur Arbeit, tat, was mir aufgetragen
wurde - und fertig.
Im Spätsommer 2004 kam dann meine Kündigung.
Ich stellte 3 Monate darauf beim Arbeitsamt einen Antrag auf eine berufliche Reha-Maßnahme, der mir circa 6 Monate später bewilligt wurde.
Dies war ein wichtiger Wendepunkt in meinem Leben.
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