Themenliste:
1)
Allgemeines
2)
Meine Beziehung zu meinen Eltern
3)
Meine Psychotherapien
Da ich leider im Moment sehr viele "blinde Flecken" habe, die meine Vergangenheit betreffen, steht hier noch nicht so viel drin. Aber
im Rahmen meiner jetzigen Psychotherapie werde ich hoffentlich noch viele dieser "blinden Flecken" aufarbeiten können.
Schon in meiner früher Kindheit bzw. Jugend merkte ich, daß mit mir irgendwas nicht stimmte, was ich aus dem Vergleich zu anderen
Gleichaltrigen schloß. Sie waren einfach offener und aufgeschlossener und hatten zudem viel mehr Freunde als ich, während ich eher
ein Außenseiter war. Dies lag größtenteils daran, daß ich ein sehr in mich selbst gekehrter (introvertierter) Mensch war.
Ich hatte auch ganz andere Interessen: Ich las viel und empfand großes Vergnügen daran, im Regen und in der Dunkelheit
alleine spazierenzugehen, um über den Sinn des Lebens nachzudenken. Deshalb bin ich früher zu der Gewißheit gelangt,
dass ich (einfach nur) ein melancholischer Mensch war.
Ich habe einen 2 Jahre älteren Bruder, der das absolute Lieblingskind meiner Eltern war. Ihm wurde viel mehr Aufmerksamkeit als mir
gewidmet. Und er wurde auch eindeutig mehr als ich geliebt. Dies äußerte sich zum Beispiel daran, daß er ganz nett und mit Küßchen
von meiner Mutter begrüßt wurde, als er mittags aus der Schule kam. Und er wurde auch gefragt, wie sein Schultag war und wie es
ihm ginge. Ich dagegen wurde meistens mit dem Satz: "Warte, ich mache Dir schnell Dein Essen warm." begrüßt. (Ich kriegte nämlich
in der Woche die Reste vom Vortag oder vom Wochenende zu essen.) Und diese "Begrüßung" fand - im Gegensatz zu der von meinem Bruder -
ohne ein Küßchen, ohne eine Umarmung und ohne eine Frage nach meinem
Befinden aus.
Übrigens: Geboren wurde ich 1978. Und diese Tatsache habe ich mehr als nur einmal
in meinem Leben ordentlich verflucht! Schon als Kind hatte ich
eine große Todessehnsucht und sehnte mich in langen, einsamen Nächten
nach Frieden!
Meine Beziehung zu meinen Eltern
Mein Vater hat mich sehr oft geschlagen. Aus welchem Grund? Nun, den
habe ich eigentlich auch nie herausgefunden. Ich (seine eigene Tochter!)
war einfach nur da und habe ihm wohl zuviel Sauerstoff weggeatmet oder
etwas ähnlich Schlimmes in dieser Art getan.
Es gab oftmals einfach keinen Grund!
Aber noch schlimmmer waren seine täglichen Beschimpfungen und Beleidigungen, die von Wörtern wie "Bratarsch" bis hin zu Sprüchen
wie: "Als Gott die Intelligenz verteilte, warst Du wohl gerade auf dem Klo!" reichten.
Warum diese psychische (latente) Gewalt schlimmer war als all seine
Schläge?
Nun, weil sich vieles davon im Laufe der Zeit in mein Gehirn "eingebrannt" hat.
Die Psychologie spricht dann von "automatisierten Gedanken", mit denen
ich leider noch heute zu kämpfen habe. Ich dachte immer, ich wäre
total nutz- und wertlos.
Aber trotzalledem ging es mir in der Zeit, die ich bei meinen
Eltern lebte, nicht sonderlich "schlecht", weil ich sämtliche Gefühle wie zum
Beispiel Traurigkeit, Wut und Haß unterdrückte. Denn nur so war ich fähig, dort zu überleben.
So richtig schlecht ging es mir in der ersten Zeit nach meinem
Umzug, denn so schlimm diese Beziehung zu meinen Eltern auch
war: Sie und
ihre Beleidigungen,
Demütigungen und ihre Schläge haben mir "gefehlt", so "pervers" dies
nun auch klingen mag.
Ich war leider nie in der Lage, mich jemandem anzuvertrauen,
denn ich hatte immer zuviel Angst davor, mein Vater würde dahinterkommen,
und dann hätte er mich höchstwahrscheinlich totgeschlagen. Er ist ein cholerisches Monster geblieben, bis zum heutigen Tag! Er wird
sich jetzt und in der Zukunft auch nicht mehr ändern; diese Hoffnung habe ich mittlerweile
einfach aufgegeben :-(
Und meine Mutter? *seuftz* Meine liebe Mutter, die mich angeblich (!) 9 Monate lang in sich trug und mich auf die Welt brachte, stand immer daneben
und tat nichts, um mir zu helfen, als mein Vater mich mal wieder schlug. Sicher, er hat sie auch mehrmals geschlagen, aber ist dies
wirklich eine Entschuldigung, ihrer eigenen Tochter dann nicht beizustehen? - Nein, ich denke, es ist keine Entschuldigung.
Mag sein, daß ich in dieser Frage hart klinge; schließlich habe ich auch genug Mitleid für
meine Mutter empfunden, aber ich, als Kind (!), habe mehrmals meine
Mutter verteidigt, als er sie schlug.
Sie war halt schwach, wißt Ihr... Und daraus hat sich mein sehr negatives
Frauenbild entwickelt, obwohl ich selbst eine bin. Aber ich habe Frauen
früher einfach nur bis aufs Blut gehaßt! Sie waren für mich: Passiv, abhängig,
wehrlos und schwach!
Geändert hat sich dieses äußerst negative Bild erst, als ich im Jahr 2000 meine beste Freundin A. kennenlernte. Sie ist das genaue
Gegenteil meines negativen Bildes: Nämlich witzig, hilfsbereit, unabhängig, selbständig und stark. Sie hat mir viel gezeigt und beigebracht, und
dafür bin ich ihr sehr dankbar.
Leider zerbrach diese Freundschaft, in einer Zeit, in der es mir sehr, sehr
schlecht ging, und das bedaure ich heute sehr. Also, A. aus H., wenn du das liest, melde dich ruhig mal per mail
bei mir ;)
Meine Psychotherapien
Von 1999 bis September 2002: Verhaltenstherapie. Therapie durch Therapeuten abgebrochen.
Von Dezember 2002 bis September 2005: Psychoanalyse. Therapie durch Therapeutin abgebrochen.
2. Anlauf der Psychoanalyse: Juli 2006 bis Juni 2007: Wieder durch Therapeutin abgebrochen.
Ich wünsche Euch mehr Glück bei Euren Therapien. Ich glaube, ich bleibe lieber bei meinem Grundsatz: "Selbsthilfe hilft besser."