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Hier sind ein paar ausgewählte Gedichte von mir :-) Viel Spaß beim Lesen!
Gedichtsliste:
1) An meinen Vater
2) Chaos
3) Keine
4) Traum
5) Wert Sein
6) Kellerkind
An meinen Vater
Hattest Du mich je lieb?
Du hast mich geschlagen
Und mich als „Dreck“ beschimpft
Du würdest heute sicher sagen
Du hättest das „ja gar nicht so“ gemeint
Dein Verhalten verursachte bei mir
Eine fehlende Entfaltung als Mensch
Und eine Kindheit hatte ich auch
Noch nie – dank Dir
Deine Funktion als Vater
Hast Du mich je getröstet?
Oder mich in den Arm genommen?
Oder mich angenommen, so, wie ich war?
Nein! Und jetzt ist es dafür zu spät
Was also bleibt mir von Dir?
Schmerz, Enttäuschung
Verzweiflung und Wut
Und fehlendes Vertrauen
Gegenüber anderen Männern
Aber ich kann lernen
„Nein“ zu Dir zu sagen
„Nein“ zu all Deinen Schlägen
„Nein“ zu all Deinen Beschimpfungen
„Nein“ zu all Deinem psychischen Terror
Denn auch ich bin ein
Wertvoller Mensch
Der es verdient hat
Leben zu dürfen
Und zwar nach meiner Fasson
Was Du fortan für mich bist?
Nun – mein Erzeuger
Aber nicht mehr mein Vater
Du hast es nicht verdient
Solch einen Titel zu tragen
Chaos, Chaos überall
Wirre Gedanken schwirren in meinem Kopf umher
Wie ein Schwarm Fliegen um eine Leiche
Zweifel, Selbstvorwürfe und Grübeleien
Wechseln sich in meinem Kopf ab
Und bilden zusammen ein hübsches Ganzes
Unsortierte Gedanken
Gemischt aus Gegenwart und Vergangenheit
Nehmen die sonst so sichere Festung
Mein Gehirn, ein
Ich bin besiegt
Mit einer Hartnäckigkeit, die zu beneiden ist
Stellt mir das Leben alle möglichen Fallen
Und ich tappe auch noch in jede herein
Ich sehe Angriffe, wo gar keine sind
Und fühle mich trotzdem angegriffen
Mein Leben besteht mittlerweile aus
Unbeantworteten Mails
Unbeendeten Spielen
Unerledigter Post
Und aus unverarbeiteten Gefühlen
Ich sag ja: Chaos
Nicht nur in meinem Kopf vorhanden
Auch in meinem Gefühlsleben
Sowie in meinem Privatleben
Und außerdem in meiner Wohnung
Dieses Chaos in mir und um mich herum
Erschwert mir den Umgang mit anderen Menschen
Heute „gut“, aber morgen „schlecht“
Stellen sie wohl für mich
Die ideale Projektionsfläche dar
Und Rückzug sehe ich als meine einzige
Chance, um diesem Chaos
Mit anderen Menschen
Zu entrinnen
Wohl keine ideale Strategie
Keine...
Keine Hoffnung
In mir drin
Leer und ausgebrannt
Fühle ich mich
Zur Zeit
Keine Ahnung
Was mit mir los ist
Mein Selbsthaß zerfrißt mich
Und ich steh „daneben“
Und guck gelassen zu
Keine Liebe
Für mich selbst
Aber für Menschen
Die diese gar nicht verdient haben
Wie mein Vater
Keine Nähe
Von anderen
Kann sie ja doch eh
Nicht zulassen
Und lüge doch eh nur rum
Keine Ziele
Für mein weiteres Leben
Ich bin ja noch so jung
Angeblich
Und fühle mich doch so „alt“
Keine Freunde
Die mich anrufen
Und fragen
Wie es mir so geht
Und jetzt ist es auch zu spät!
Kein Verständnis
Für mich selbst
Ich muß meine Arbeit erledigen
Egal
Wie scheiße es mir auch geht
Keine Selbstfürsorge
Habe ich verdient
Weil ich einfach
Nur scheiße bin
Und nichts anderes
Keine Therapie
Habe keinen, der mich hält
Oder auffängt
Wie jetzt
Wenn es mir schlecht geht
Keine Sicherheit
Fühle ich
In meinem Leben
Egal, wo ich auch bin
Nirgendwo fühle ich mich sicher
Keine Energie
Um mich selbst zu „treten“
Damit es mir
Besser geht
Warum auch?
Keine Hoffnung
Wird es wohl so bleiben?
Auf immer und ewig?
Mein ganzes „Leben“ lang?
Kann ich überhaupt geheilt werden?
Traum
Schweißgebadet
Wache ich auf
Mitten in der finsteren Nacht
Die Bilder aus meinem Traum
Halten mich noch lange gefangen.
Ich fühle mich todmüde,
Aber habe Angst,
Weiterzuschlafen,
Vor der Dunkelheit
Und vor dem nächsten Alptraum.
Also stehe ich auf,
Gehe an meinen Computer,
Und rauche viele Zigaretten,
Die mir wohl eher den Tod
Bringen.
Und irgendwann zeigt sich der Tag
Die Sonne geht auf,
Die ich mir doch so sehr herbeisehnte.
Die schlechte Nacht ist vorüber,
Aber ist sie es wirklich?
Denn
Die grausamen Bilder wirken nach,
Und es gibt einfach keinen Schutz.
Sie haben die Oberhand
Über mich.
Wert sein
Ich bin ein Mensch.
Deshalb alleine bin ich wertvoll.
Ich muß nichts leisten,
Um wertvoll zu sein.
Ich bin es wert,
Am Leben zu sein.
Obwohl ich manches Mal in meinem Leben wünschte,
Es möge doch bitte möglichst bald enden.
Ich bin es wert,
Geliebt zu werden.
Obwohl ich mich manchmal
Gar nicht liebenswert verhalte.
Ich bin es wert,
Respektvoll behandelt zu werden.
Obwohl ich sicherlich kein
"Großes Rädchen in der Gesellschaft" bin.
Ich bin es wert,
Mir soviel Gutes wie nur möglich zu tun.
Obwohl ich mich selbst manchmal
Doch noch sehr hasse.
Ich bin es wert,
Gute Freunde zu haben, auf die ich mich immer verlassen kann.
Obwohl ich meine Grenzen
Doch recht oft überschreite.
Ich bin ein Mensch.
Deshalb alleine bin ich wertvoll.
Ich muß nichts leisten,
Um wertvoll zu sein.
Kellerkind
Ich bin ein Kellerkind
Eingesperrt in die Dunkelheit
Ausgesperrt vom Licht
Und vom Leben.
Düster war es ziemlich
Und ich hatte Todesangst
Völlige Dunkelheit um mich herum
Spielte ich in meinem Inneren Musik.
Ich flehte nach Hilfe
Doch keiner erhörte mich.
Ich befand es für nutzlos
Und gab mich wieder völlig der Dunkelheit hin.
Je mehr Zeit ich dort im Keller verbrachte,
Desto mehr wurde ich eins mit der
Dort herrschenden Dunkelheit
Und begrüßte sie fast freudig.
Wurde es hingegen Tag
Und ich aus meinem Gefängnis entlassen
War ich traurig, die Dunkelheit
Als meinen Schutz verloren zu haben.
Ich bin ein Kellerkind
Geboren in die Dunkelheit hinein
Und so werde ich wohl weiter leben,
In meiner lieb gewonnenen Dunkelheit.
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